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„Hej, hej“, sagt er und streckt mir seine schwielige Hand entgegen.

‚Tach‘, denke ich, und erwidere ein „Hello“.

„What knkldjgan kfndkslng kldfldsfg?“, verstehe ich und sehe fragend den mir Angetrauten an. Das ist natürlich eher eine Verzweiflungstat, denn im Gegensatz zu mir, hat der mir Angetraute nie Englisch gelernt. Somit bleibt die Konversation in Schweden an mir hängen wie ein lästiger Kaugummi am Schuh. Dieser Kaugummi hier klebt nicht nur. Er treibt mir auch die Schweißperlen ins Gesicht. Schon in der Schule gehörte das Hörverstehen nicht zu meinen Lieblingsaufgaben. Kognitiv komplett überlastet hört mein Hirn bereits nach den ersten beiden englischen Wörtern auf, mitzudenken und sucht stattdessen krampfhaft bereits nach einer Antwort, ohne die Frage zu kennen. Das kann nicht gut gehen … und meistens tut es das auch nicht.

Während der mir Angetraute jedes Mal seinen Spaß daran hat, mir beim hilflosen Brabbeln zuzusehen, brauche ich nach einem Dialog in Englisch eine Beruhigungstablette, eine kalte Dusche und frische Klamotten.

Irgendwann haben der Campingplatzbesitzer und ich herausgefunden, was der jeweils andere sagen möchte, und gehen glücklich unserer Wege. Der Weg des mir Angetrauten in seine persönliche Hölle namens Lotta hingegen hat gerade erst begonnen.

„Du könntest Dirigent werden, Butzi“, schmeißt mir meine bessere Hälfte mit einem verwegenen Grinsen ins Gesicht.

„Und du, mein Freund, könntest Englisch lernen, bevor du über andere Leute lästerst“, werfe ich süffisant zurück und versuche, meine schweißnassen Achseln im Sturm der schwedischen Ostsee zu trocknen.

Und wieder ernte ich ein eher gemeines Lächeln, bevor mich der Speer der Ironie trifft und mein Herz durchbohrt.

„Das könnte ich, aber dann hätte ich 35 Jahre weniger Zeit als du, um eine Fremdsprache zu lernen.“

Au, das hat gesessen. Mit einem Blick, der zwischen Empörung und Sprachlosigkeit schwankt, vernichte ich ihn – gedanklich. Schließlich muss er noch das Reisemobil samt Inhalt wieder in Richtung Deutschland steuern.

Nur wenig später sehe ich ihn mit dem Campingplatz-Betreiber in einem regen Gespräch und höre noch seine letzten Worte „Money back to Euro?“ Offenbar versteht sein Gesprächspartner Axelsisch und antwortet in Schwenglisch, dass das genauso sei.

„Na, Giovanni“, werfe ich dem mir Angetrauten mit einem Grinsen entgegen, „Du haben fertig?“

„Yes, my dear. And at frontside we sitting at the wall.“, antwortet er mir und lässt mich mit einem ratlosen Gesicht zurück. Dieses sollte noch häufiger die Welt sehen, bevor wir Schweden verließen.

Im nächsten Jahr kann ich Englisch – oder ich tue so. Das scheint ja auch zu funktionieren.