Neulich waren der mir Angetraute und ich unterwegs – in der Zivilisation. Es kommt nicht oft vor, dass wir unsere Mitmenschen sehen. Ist es dann so weit, fühlen wir uns wie Menschen, die 100 Jahre tiefgekühlt waren und dann wieder aufgedeckt wurden.
„Schau mal, Tapsbär. Dem wächst ein Telefon aus dem Ohr. Irre.“, flüsterte ich beeindruckt dem mir Angetrauten in seinen rechten Gehörgang.
„Du hast recht. Vielleicht eine neue Technologie.“, brummte er ebenfalls beeindruckt zurück.
Erstaunt sahen wir, wie der junge Mann das Handy vor seinen Mund hielt und redete. Nur wenig später befestigte er wieder das Teil direkt neben seinem Ohr, um es kurze Zeit später wieder vor seinem Mund zu halten. Fasziniert beobachteten wir das Treiben. Der mir Angetraute hatte inzwischen Eiskaffee organisiert, den wir angesichts des Kinos gemütlich schlürften.
„Wir hätten unsere Campingstühle mitnehmen sollen.“
Mein Rücken schmerzte und ich wurde langsam müde, während der mir Angetraute standhaft wie eine Eiche im Sturm seinem Alter trotzte.
Plötzlich klingelte sein Handy. Was zum Geier…? Kein Anruf, keine SMS, keine Mail. Neugierig drückten wir auf „Play“ und hörten eine Stimme. Entsetzt, fassungslos, fasziniert sahen wir uns an. Unser Handy kann sprechen.
Später fanden wir heraus, dass das eine Sprachnachricht war. Sprachnachrichten sind wie ein Podcast, der von uns nicht abonniert wurde. Wir bleiben dann doch lieber beim Schriftlichen.