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Planende Schriftsteller sagen oft, dass intuitive Schreiber planlos wären. Andere wiederum behaupten, intuitives Schreiben wäre eine Schreibübung. Dabei gibt es berühmte Schriftsteller wie Stephen King oder Agatha Christie, die über intuitives Schreiben erfolgreich Bücher veröffentlichen bzw. veröffentlichten.

King erklärte mehrfach, dass er seine Romane nicht vollständig vorab plottet. Er beginnt mit einer Situation und lässt sich die Geschichte entfalten.

George R. R. Martin sieht sich gern als „Gärtner“. Er pflanzt Ideen und beobachtet, wie sie wachsen, statt zu plotten. Dadurch entwickeln sich Figuren und Handlungsstränge organisch.

Christie schrieb relativ flexibel und hielt Ideen fest, wenn sie auftauchten; ihre Kriminalromane brauchten zugleich logische Konstruktion. Sie war eher ein Mischtyp, brauchte aber handwerkliche Ordnung.

Margaret Atwood plant zwar zum Teil, lässt Geschichten aber bewusst Raum für unerwartete Entwicklungen. Außerdem arbeitet sie flexibel, notiert Ideen fortlaufend und schreibt in freien Zeitfenstern. donmartinstoryteller. Sie ist ein gutes Beispiel zur falschen Annahme, intuitives Schreiben bedeute völlige Planungslosigkeit.

Intuition ist nicht Chaos

Kein vorab festgelegter Gesamtplot bedeutet nicht, ohne Arbeit oder ohne Formbewusstsein zu schreiben. King schreibt beispielsweise nach einer festen Routine und überarbeitet anschließend die Texte.

Häufig läuft der Prozess in zwei verschiedenen Modi ab:

  1. Entdecken: Eine Stimme, eine Figur, ein Bild oder ein Konflikt führt in den ersten Entwurf.
  2. Gestalten: Später werden Aufbau, Tempo, Logik, Perspektive und Thema bewusst geprüft und überarbeitet.

Kurz: Ein intuitiver Schreiber muss das Thema nicht vorab kennen. Er kann ihm zunächst folgen, indem er auf wiederkehrende Bilder, Konflikte und Gefühle achtet. Beim Überarbeiten erkennt er dann: Darum ging es mir offenbar die ganze Zeit.